weil das Internet aus der Wand kommt wenn man zuhause oder im Büro ist, und in den Zeiten dazwischen dann halt per UMTS aus der Luft zu einem geflogen kommt, und man dann auf einmal offline ist – dann weiß man wie gut es einem sonst geht.
Schon irgendwie strange das Feeling der letzten Tage.
Tagsüber im Büro zwar Netzzugang (habe halt einen generösen Chef) aber kaum Zeit sich daran zu laben. Abends dann anfänglich erstmal ganz viel Zeit ohne Inhalt. Ist halt doch immer wieder ungewohnt wenn man alleine einen Offlineabend mit Inhalt füllen soll. Bücher, runter geladene TV-Aufzeichnungen, Laufklamotten, mehrere Platten am Hinterrad des Fahrrades waren dann doch noch nicht genug. Es fehlte halt das regelmäßige PING des Twitterns oder das stundenlange stöbern auf irgend welchen Seiten. Ja selbst die Nachrichtenlage kam in die Schieflage. ZDF, ARD und WDR gibt es hier zwar auch per Satelite aber immer nur TV schauen und nicht mal den Spiegel online lesen können ist doch komisch.
kurz um – ja ich bekenne mich zur Internetsucht!
Nach Tag eins der Netzabstinenz habe ich morgens um 4:35 wach im Bett gelegen. Was tun? Kaffeekochen ging noch nciht weil noch kein Filter und keine Kanne hier. Nächste Überlegung – laufen?! Ja Laufen ging. Alle notwendigen Dinge waren vorhanden. Also raus aus dem Bett rein in die Laufklamotten raus aus der Wohnung und einfach dem Verlauf der Maas hinterher getrabt.
Was soll ich sagen? Es war SUPERTOLL!
Sonnenaufgang in Flussauen. Lichtspiele zwischen Auenwäldern. Der Duft von Gras im Morgentau. Ich könnte beinahe endlos mit Superlativen um mich werfen und würde noch immer nicht das Hochgefühl dieses ersten Laufes nach beinahe einem Monat wieder geben können. Ich glaube dazu muss man zum einen selber Läufer sein um das Nachvollziehen zu können und zum anderen auch eine emotional schwierige Phase damit gleichzeitig beendigen können.
Seither bin ich jeden morgen mindestens 5km laufen gewesen. Und jeden morgen ist es auf ein Neues ein prickelndes Erlebnis.
Klar ich kann sicherlich auch viele Dinge aufzählen die mich hier in Maastricht und im nahe gelegenen Belgien stören oder die mir einfach nicht gefallen. Aber zum einen habe ich das schon ausreichend in den letzten Wochen getan und zum andere gibt es halt auch positive Dinge. Und die mag ich derzeit lieber in den Vordergrund stellen wollen.
Was mir die letzten 10 Tage hier gezeigt haben ist unter dem Strich folgendes:
Es ist super toll in einer Gemeinschaft wie Twitter ein Nest zu haben in dem man sich mit lieben, interessanten Menschen austauschen und kreative auseinander setzen kann. Aber wenn man das mal nicht kann bricht deshalb nicht die Welt zusammen. Ich habe die ersten 26 Jahre meines Lebens ohne Internet gut gelebt. Ich genieße jetzt das Netz aber ich kann offensichtlich auch ohne es noch gut leben.
Ich stelle daher mal meine Aussage von gerade in Frage.
Bin ich wirklich Internetsüchtig?
Ich freue mich jetzt gerade auf morgen 05:00. Dann geht der Wecker und ich gehe um 05:10 für mindestens 30″ laufen. Danach koche ich mir einen Kaffee und werde Frühstücks-TV auf ARD/ZDF schauen. Dann so langsam meine Sachen packen und in das Büro fahren was weiter 7km mit dem Rad bedeutet. Dort werde ich sicherlich wieder leicht angeschwitzt ankommen und das T-Shirt wechseln müssen. Aber ich werde sicherlich der erste sein und wahrscheinlich auch einer der fitesten.
Ich freue mich drauf!
Und nach morgen kommt der Freitag – Heimreisetag. 35km mit dem Rad von Maastricht nach Aachen. Dann 2h im RE und dann zuhause ankommen – Katzen, Wasserbett und Internet aus der Wand.
Auch da freue ich mich drauf!













klingt wie meine erste zeit in oberhausen. weder zu hause noch im büro internet-zugang. iphone hatte ich noch nicht. bücherei hatte zwar kostenlose internet, machte aber um 18.30 uhr zu. internetcafe ungemütlich, verqualmt und stressig. und es geht einfach nicht ohne